Aus dem Berufsleben kennt jeder das Vorstellungsgespräch. Manche Hochschulen laden ebenfalls zu einem Gespräch ein, dem Auswahlgespräch. Meist erfolgt die Einladung circa zwei Wochen nach dem Ende der Bewerbungsfrist. Die Hochschulen wollen damit zum einen die zukünftigen Masterstudenten kennenlernen und zum anderen sicherstellen, dass der Bewerber auch tatsächlich für den angestrebten Studiengang geeignet ist. Dabei stehen Fachwissen und insbesondere die persönliche Motivation im Vordergrund. Es ist ganz natürlich, vor dieser letzten Hürde nervös zu ein. Es sollte jedoch keiner in Panik verfallen. Mit einer guten Vorbereitung verringert sich ganz sicher diese Nervosität.

Wer sind die Gesprächspartner im Auswahlgespräch für das Masterstudium?

Die Vorbereitung auf das Auswahlgespräch sollte schon bei der Terminabsprache beginnen. Hier kann der Studierende die Namen und die Positionen der anwesenden Personen in Erfahrung bringen. Mithilfe dieser Informationen lassen sich einige grundlegende Dinge über die Gesprächspartner in Erfahrung bringen, beispielsweise welchem Fachbereich sie angehören oder welchen beruflichen Werdegang sie absolviert haben. Im Internet sind auch Erfahrungsberichte und Tipps anderer Bewerber zu finden. Mithilfe dieser Informationen sind die Gesprächspartner nicht mehr ganz so fremd, der Studierende kann sich besser auf die Situation einstellen.

Die Hochschule – was Bewerber darüber wissen sollten

Die Internetseite der Hochschule ist eine wichtige Informationsquelle für die Vorbereitung auf das Auswahlgespräch. Dort finden sich Leitbilder oder sogenannten Vision Statements, die deutlich sagen, welche Zielsetzungen die Hochschule hat. Die Geschichte der Hochschule und aktuelle Nachrichten sind ebenfalls interessant. So bekommt der Bewerber zumindest grundlegende Kenntnisse über seine Wunschhochschule.

Ein paar Grundregeln für das Auswahlgespräch

Die Bewerber sollten darauf vorbereitet sein, im Gespräch eine aktive Rolle zu übernehmen. Zur Vorbereitung können Bewerber folgende Situationen üben:

  • Angemessene Begrüßung zu Beginn des Gesprächs, eventuell den Gesprächspartner die Hand geben und sich selbst mit Namen vorstellen.
  • Ein aufmerksamer Blick erleichtert die Gesprächsführung, so kann der Bewerber jederzeit auf Anzeichen seiner Gesprächspartner reagieren.
  • Antworten auf Fragen immer ausführlich beantworten. Das lässt sich leicht mit Freunden oder der Familie trainieren. Dabei sollten die Bewerber keine Monologe halten, sondern den Gesprächspartnern Gelegenheit für Zwischenfragen geben.

Die eigenen Unterlagen – sie werden ganz sicher Gesprächsthema

Die für die Bewerbung eingereichten Unterlagen werden ganz sicher Gesprächsthema während des Auswahlgespräches, wie zum Beispiel der Lebenslauf oder das Motivationsschreiben. Diese Unterlagen bieten viel Gesprächsstoff, möglicherweise haben die Gesprächspartner Interesse an Einzelheiten und weiteren Informationen zu bestimmten Punkten. Darauf sollten sich die Bewerber entsprechend vorbereiten. Eine authentische und positive Präsentation der eigenen Fähigkeiten ist ein Pluspunkt.

Auch die zuvor geschriebene Bachelorarbeit kann Thema des Auswahlgespräches sein. Häufig verlangen Hochschulen ein Abstract der Arbeit mit den Bewerbungsunterlagen. So kann die Jury im Vorfeld schon erkennen, wo die Interessen liegen. Im Interview können dann tiefer gehende Fragen folgen, vor allem auch die Frage, wie es zu der Themenwahl kam.

Fragen, die während der Vorbereitung auf das Gespräch unbedingt zu beantworten sind

  • Der Dresscode

Sollte die Kleidung eher förmlich oder eher leger sein?

  • Die Fragen

Welche Fragen könnten die Gesprächspartner stellen? Mit der Vorbereitung auf diese Fragen gelingt es im Interview, frei und selbstbewusst über diese Themen zu reden.

  • Der Studiengang

Passt der Studiengang zum Studierenden? Nur wer selbst davon überzeugt ist, das richtige Studienfach gewählt zu haben, kann auch das Gremium im Auswahlgespräch davon überzeugen.

  • Die klassische Interviewfrage

Warum sollte sich die Hochschule für einen bestimmten Studierenden entscheiden? Um auf diese Frage eine gute Antwort geben zu können, ist es notwendig sich seiner Stärken bewusst zu sein. Damit lässt sich ein starkes Plädoyer für die eigene Person vorbereiten, das die Gesprächspartner von der Eignung des Bewerbers überzeugen kann.

  • Fragen zum Tagesgeschehen

Welche zentralen Ereignisse haben in den letzten Wochen die Presse beherrscht? Dabei wollen die Prüferinnen und Prüfer nicht nur wissen, ob der Bewerber über das aktuelle Geschehen auf dem Laufenden ist. Oftmals bilden diese Fragen den Einstieg in eine kleine Diskussion, wobei die Studierenden aufgefordert sind, ihren Standpunkt auch zu erläutern. Zur Vorbereitung dieses Gesprächspunktes ist es wichtig zu wissen, welche Werte der Institution wichtig sind, bei der sich der Studierende bewirbt.

Keine Angst vor kniffligen Fragen

Der Bewerber sollte in das Gespräch gehen mit dem Wissen, dass die Interviewpartner dem Bewerber wohlwollend gegenüberstehen. Trotzdem stellt das Gremium manchmal unwirsche oder knifflige Fragen. Das soll nicht dazu dienen, den Bewerber zu verschrecken oder Antipathie zu bezeugen. Vielmehr geht es darum, die geistige Beweglichkeit und emotionale Stabilität zu testen. Für die Bewerber ist es in dieser Situation wichtig zu wissen, was die Zielsetzung ist und wie die Beantwortung eine positive Wendung bekommen kann.

Eigene Fragen vorbereiten, das schätzen die Hochschulvertreter sehr

Zur Vorbereitung auf das Auswahlgespräch gehört es auch, dass sich die Bewerber ein paar eigene Fragen überlegen, die sie zum Studiengang oder zur Hochschule haben. Dabei sollten die angehenden Masterstudierenden vermeiden, allzu oberflächliche Fragen zu stellen, die sich leicht durch einen Besuch der Internetseite beantworten lassen.

Wichtig: Die Frage zu den Zukunftsplänen des angehenden Masterstudierenden

Einige Fragen kommen ganz gewiss, auf die sich die zukünftigen Masterstudenten und -studentinnen sehr gut vorbereiten können. Diese Fragen betreffen die Zukunftspläne.

  • Was will der Bewerber nach dem Masterstudium beruflich machen?
  • Wie passt dieser Berufswunsch zu dem angestrebten Masterprogramm?
  • Hat der Bewerber bereits einen Schwerpunkt im Studienprogramm gewählt? Warum ausgerechnet dieser Schwerpunkt?
  • Hat der Bewerber erste Ideen, worum es in der Masterarbeit gehen soll?

Mithilfe dieser Fragen will das Auswahlkomitee überprüfen, wie weit sich der Bewerber bereits mit dem ausgewählten Masterstudiengang beschäftigt hat. Außerdem geben die Antworten auf diese Frage Auskunft darüber, wie ausgereift die Pläne für die berufliche Zukunft sind.

Noch ein Tipp zum Schluss: Authentisch bleiben

Nachdem das Auswahlverfahren abgeschlossen ist, bleibt als einzige Hürde nur noch das Auswahlgespräch. Das bedeutet, bis jetzt hat der Bewerber alles richtig gemacht. Diese letzte Hürde zu meistern ist gar nicht so schwer. Eines sollten Bewerber bei jeder Antwort beachten. Authentisch bleiben ist ein wichtiger Punkt. Wer inhaltlich gut vorbereitet ist und ein sicheres Auftreten hat, braucht sich vor dem Auswahlgespräch nicht zu fürchten. Das Schlimmste, was ein Bewerber jetzt tun kann, ist sich zu verstellen. Das wirkt auf die Jury-Mitglieder schnell aufgesetzt und gestelzt, unter Umständen sogar arrogant. Genau das sollten die Bewerber vermeiden. Natürlich und authentisch lassen sich diese Gespräche leicht bestehen.