Der Master-Studiengang hat die Zielsetzung, bereits vorhandenes Wissen zu vertiefen. Deshalb sind die Stundenpläne vollgepackt, was für viele Studenten großen Zeitdruck bedeutet, um das geforderte Pensum zu bewältigen. Damit am Ende noch Zeit für Freunde, Familie und Hobbys bleibt, ist ein gutes Zeitmanagement fundamental. Wer gelernt hat, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, hat am Ende Zeit für die schönen Dinge des Lebens übrig. Denn studieren ist nicht gleichbedeutend mit Lernen rund um die Uhr.

Taktiken im Masterstudium, die helfen das Pensum zu bewältigen

  • Prioritäten setzen
  • Häppchen-Taktik lernen
  • Flexibel bleiben
  • Pareto-Prinzip anwenden
  • Biorhythmus berücksichtigen
  • Aufgaben bündeln
  • Synergien schaffen
  • Wichtiges zuerst
  • Vereinfachen
  • Um Rat fragen

Was sich im Einzelnen hinter diesen Punkten verbirgt, erklärt der nachfolgende Artikel.

Prioritäten im Masterstudium führen zu mehr Effektivität

Wer es schon früh gelernt hat, sich Prioritäten zu setzen, hat jetzt einen entscheidenden Vorteil. Alle anderen sollten das spätestens jetzt lernen. Prioritäten zu setzen ist wichtig für eine effektive Zeitplanung, damit das Studentenleben nicht dazu führt, dass Beziehungen und Freundschaften vernachlässigt werden. Mit der richtigen Planung lässt sich das alles bewältigen, auch wenn wichtige Deadlines bevorstehen, bleibt so noch Zeit für den Geburtstag des besten Freundes. Wer seine eigenen Ziele klar vor sich hat, kann seine Prioritäten einfach setzen. Dazu ist eine kleine Liste hilfreich, auf der zu jedem Lebensbereich – Job, Studium, Privatleben – 10 Wünsche oder Vorstellungen notiert sind. Wer diese einzelnen Punkte nun noch mit konkreten Aufgaben oder Schritten verknüpft und sich ein Datum für die Zielerreichung notiert, kann die Ziele viel leichter erreichen.

  • Effektivität bedeutet, die richtigen Ziele zu haben und sich der Ziele bewusst zu sein.
  • Effektivität bedeutet auch, die richtigen Dinge zu tun, die wirklich zielführend sind.

Erfolg kommt nicht davon, dass jemand am längsten arbeitet, sondern davon die Zeit clever zu nutzen.

Das Masterstudium als Projekt betrachten und dann häppchenweise vorgehen

Das Masterstudium als Projekt zu betrachten, kann dabei helfen, das Studentenleben besser zu organisieren. Wie alle Projekte lässt sich auch das Studium in einzelne Teilschritte untergliedern. Diese Teilschritte einzeln betrachtet, sind wesentlich leichter zu bewältigen. Das langfristige Ziel ist die Erlangung des Masterabschlusses. Teilschritte sind unmittelbar bevorstehende Aufgaben, wie eine Hausarbeit, ein Vortrag oder eine Klausur. Am besten ist es, die Planung wochenweise vorzunehmen. Dazu sollten sich Studenten einfach am Anfang der Woche etwas Zeit nehmen und die Ziele und Prioritäten für diese Woche festlegen. Dabei ist darauf zu achten, den Zeitaufwand für Dinge mit geringer Priorität gering zu halten und sich um die essenziellen Ziele des Studiums zu kümmern. Je konkreter die Planung ist, umso einfacher ist die Umsetzung. Das heißt, Studenten sollten die einzelnen Aufgaben genau definieren und entsprechende Zwischenschritte festlegen. An der Hausarbeit weiterzuschreiben steht in der Woche an. Einfacher wird es jedoch, wenn auf dem Plan steht, dass die Einführung für die Hausarbeit an einem bestimmten Tag zu schreiben ist. Dabei ist es wichtig, die langfristige Deadline im Kopf zu haben, ohne sich jedoch damit zu stressen. Mit nur 10 Minuten gründlicher Planung lässt sich so pro Tag leicht eine Stunde Zeit einsparen.

Der Plan ist nicht in Stein gemeißelt – Studenten sollten flexibel bleiben

Pläne funktionieren nicht immer. Manchmal kommt ein Motivationstief, das dazu führt, dass einfach nichts klappt. Jetzt ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht schuldig zu fühlen. Anstatt sich verrückt zu machen, einfach umplanen. Der Wochenplan zeigt in einer Übersicht, was alles zu erledigen ist und wo noch zeitliche Puffer sind. So ist auch spontanes Ausgehen mit Freunden ohne schlechtes Gewissen möglich.

Das Pareto-Prinzip begegnet jedem Student im Verlauf seines Masterstudiums

Das Pareto-Prinzip besagt, dass ein effektives Studium dann vorliegt, wenn 20 Prozent der Aktivitäten zu 80 Prozent der Ergebnisse und Erfolge führen. Dazu ist ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem, was möglich ist, und dem, was tatsächlich bewältigt wird, notwendig. Mit realistischen kleinen Zwischenzielen reduziert sich der Arbeitsaufwand, weil die Arbeit effektiver und schneller vonstattengeht, ohne am Ende die Leistung zu reduzieren. Dadurch entstehen Zeitfenster, die für Hobbys, Freunde und Familie reserviert bleiben sollten.

Arbeiten nach dem ganz persönlichen Biorhythmus

Jeder hat seinen ganz persönlichen Biorhythmus. Um danach arbeiten zu können, ist es notwendig, seinen ganz persönlichen Biorhythmus zu kennen. Entsprechend diesem Biorhythmus sollte auch alles andere organisiert sein. Wer ein Morgenmensch ist, sollte die Morgenstunden nutzen, um effektiv zu lernen oder an Projekten und Hausarbeiten zu arbeiten. Ideal ist dabei ein Job in den Abendstunden beispielsweise als Kellner. Wer jedoch eher am Abend sehr effektiv ist, verschwendet seine Ressourcen, wenn er abends kellnert.

Wichtig ist, sich selbst genau zu beobachten. Wo sind die Leistungshochs und wo liegen die Leistungstiefs? Es ist sinnvoll, in den Leistungshochs für das Masterstudium zu arbeiten oder zu lernen und die Leistungstiefs für Routinen oder kleinere Aufgaben zu verwenden. Zu den Routinen und kleineren Aufgaben gehören unter anderem das Putzen, Einkaufen oder E-Mails checken. Auf diese Weise ist die Zeit für Pausen trotzdem produktive Zeit, die Augen bekommen eine Bildschirmpause und der Körper ein bisschen Bewegung. Das entspannt und regt gleichzeitig wieder die Gehirntätigkeit an.

Gleiche oder ähnliche Aufgaben bündeln

Wer ähnliche oder gleiche Aufgaben bündelt, kann sehr viel Zeit sparen. Beispielsweise können mehrere E-Mails nacheinander verfasst werden oder mehrere Telefonate nacheinander abgewickelt werden. Auch die Besuche von Vorlesungen oder zeitaufwendige Recherchearbeit lässt sich gebündelt effektiver erledigen. Die Zeitplanung lässt sich mit den richtigen Fragen erleichtern.

  • Wann ist der beste Zeitpunkt für die einzelnen Arbeitsschritte?
  • Welche Aufgaben haben Priorität?
  • Welche Aufgaben sind erst zu erledigen, wenn andere Aufgaben abgeschlossen sind?
  • Wie lassen sich Aufgaben sinnvoll kombinieren?

Synergien zu schaffen hilft, das Angenehme mit dem Wichtigen zu verbinden

Menschen neigen dazu, sehr optimistisch zu planen. Das führt am Ende dazu, dass die To-Do-Liste für den einzelnen Tag viel zu vollgepackt ist, das Pensum ist häufig einfach nicht zu bewältigen. Eine realistische Einschätzung ist für den Erfolg jedoch notwendig. Dazu ist es wichtig zu wissen, was Priorität hat. Das Masterstudium bedeutet nicht, alles hinten anzustellen. Vielmehr bedeutet es, zu lernen wichtige Aufgaben mit angenehmen Dingen zu verbinden. Anstelle einer Entweder-oder-Entscheidung ist eine Sowohl-als-auch-Entscheidung möglich. Wer die verschiedenen Aufgaben, Lernthemen und Aufträge clever aufeinander abstimmt, kann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und hat am Ende Zeit gewonnen.

Wichtige Dinge immer zuerst erledigen

Mit einem kleinen Trick lässt sich dies ganz leicht umsetzen. Zur Vorbereitung für den nächsten Tag sollten Masterstudenten zunächst am Abend den Schreibtisch aufräumen und dann die wichtigste Aufgabe für den nächsten Tag bereit legen. Am Morgen ist der Kopf noch frei, alles ist noch voller Energie. Es wäre die reine Verschwendung, wenn jetzt erst noch aufgeräumt werden müsste. Gleich durchstarten ist das Geheimnis. Auch der Rechner sollte zu diesem Zeitpunkt noch ausgeschaltet bleiben. Ein kleiner Nebeneffekt dieser Vorgehensweise ist, dass das Gehirn gleich morgens mit der wichtigsten Aufgabe konfrontiert wird. Während der Pausen oder bei Unterbrechungen arbeitet das Unterbewusstsein an dieser Aufgabe weiter. So lassen sich Prokrastination und ein schlechtes Gewissen verhindern.

Mentaler Frühjahrsputz hilft die Dinge zu vereinfachen

Wer viele Dinge um sich herum hat, die ihn ablenken oder sich Dinge vornimmt, die nicht zum geplanten Ziel führen, sollte dringend einen gründlichen Frühjahrsputz – einen realen und einen mentalen – durchführen. Beim Frühjahrsputz fliegt alles raus, was zu Ablenkungen führt. Beim mentalen Frühjahrsputz ist immer folgende Fragen zu beantworten: Ist das, was ich jetzt tue wirklich zielführend? Welche Aufgaben sind wichtig? Welche Aufgaben sind dringend? Welche sind keines von beidem? Bei der Vereinfachung ist das Pareto-Prinzip, das weiter oben beschrieben ist, ebenfalls wichtig. Denn mit 20 Prozent der Aufgaben lassen sich 80 Prozent des Erfolges erzielen. Der Rest ist meist Kosmetik.

Experten um Rat fragen?

Es hat noch niemandem geschadet, andere um Rat zu fragen, wenn ein Problem sich einfach nicht lösen lässt. Dazu ist es nicht unbedingt notwendig, einen Experten zu fragen. Manchmal hilft es, nur darüber zu reden. Durch strukturiertes Fragen kann ein Sachverhalt schon klarer werden. Außenstehende, wie Eltern oder Freunde, haben oft einen anderen Blickwinkel, können die Situation objektiver betrachten und haben häufig andere Erfahrungen und anderes Wissen.

Zeitmanagement professionell

Viele Hochschulen und Volkshochschulen bieten zum Thema Zeitmanagement Kurse oder Seminare an. Dort lässt sich Zeitmanagement professionell lernen. An den Hochschulen heißen die Kurse häufig Selbst- oder Studienmanagement. Die Studentenwerke können zu diesen Angeboten Auskunft geben.