Der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium

Der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium

Die Anzahl der Studenten, die nach einem Grundstudium, dem so bezeichneten Bachelorstudiengang, noch ein aufbauendes Masterstudium anschließen, ist wesentlich höher, als bei der Neuregelung der Studiengänge im Jahr 1999 angenommen. Die Beweggründe, einen zusätzlichen Masterabschluss zu erwerben, sind vielfältig. Einige Berufsfelder erschließen sich lediglich für Akademiker. Grundsätzlich haben Masterabsolventen bessere Aussichten, einen gut bezahlten Job und qualifizierte Führungspositionen zu erreichen. Jobs in Wissenschaft und Forschung oder der Erwerb eines Doktortitels sind ausschließlich mit einem Masterabschluss möglich. Beim Übergang vom Grundstudium in das weiterführende Masterstudium gibt es einige Komponenten, die Studierende beachten sollten.

Die rechtzeitige Bewerbung für den Masterstudiengang

Allgemeinhin gibt es Masterstudiengänge, auf die Studenten sich regelrecht bewerben müssen. Eine einfache Einschreibung reicht für manche Masterstudien nicht aus. Ist der gewünschte Masterstudiengang bewerbungspflichtig, so muss die Bewerbung oft schon so zeitig eingehen, dass die letzte Bachelorprüfung noch aussteht. Für ein Masterstudium, das zum Wintersemester anfängt, enden Bewerbungsfristen beispielsweise bereits am 15. des vorausgehenden Sommermonats Juli. Steht die finale Bachelorarbeit erst im August auf dem Studienplan, kann es zu Komplikationen kommen. Denn ohne eine vorliegende Abschlussnote des Bachelorstudiums erfolgt keine Zulassung zum Masterstudiengang. Einige Hochschulen erteilen in derartigen Situationen Zulassungen, die einem Vorbehalt unterliegen. Studenten reichen ihr Bachelorzeugnis nach, sobald sie es verfügbar haben. Die Regeln und Verfahrensweisen unterscheiden sich jedoch von Universität zu Universität. Studierende erkundigen sich rechtzeitig, wie die jeweilige Hochschule die Abwicklung des Studienübergangs handhabt und welche Bestimmungen aktuell greifen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn die Aufnahme des weiterführenden Studiums aufgrund einer versäumten Formalität nicht rechtzeitig oder überhaupt nicht klappt.

Was müssen BAföG-Empfänger beim Wechsel zum Masterstudium berücksichtigen?

Eine nahtlos übergehende BAföG-Förderung zwischen Grundstudium und Masterstudium zu bekommen ist nicht selbstverständlich. Die Förderung des Bachelorstudiengangs umschließt meistens die gesamte Dauer der Regelstudienzeit. Fleißige Studenten, die ihr Studium früher abschließen, verlieren mit der letzten Prüfung für den Bachelorabschluss ihren Anspruch auf das Fördergeld. Die Anspruchsleistung endet in dem Monat, in dem der/die Studierende seine Bachelorarbeit abgegeben hat. Unerheblich ist dabei, zu welchem Zeitpunkt eine Bewertung und Benotung der Arbeit stattfindet.

Hilfreiche Infos, um den BAföG-Anspruch nicht zu verwirken

Um weiterhin während eines Aufbaustudiums BAföG zu erhalten, weisen Studenten den bestandenen Bachelorabschluss nach. Außerdem belegen sie, dass sie die Zusage für einen Masterstudienplatz haben und das Studium zu einem bestimmten Zeitpunkt aufnehmen. Ergibt sich eine zeitliche Lücke zwischen dem Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium, so wird diese nur dann gefördert, wenn die Periode kürzer als einen Monat währt. Ideal für eine unterbrechungsfreie finanzielle Förderung ist zum Beispiel folgendes Szenario:

  • Zwischen dem 01. und 15. Juli um einen Masterstudienplatz bewerben,
  • spätestens im August die letzte Bachelorprüfung erledigen beziehungsweise die Abschlussarbeit einreichen,
  • im Oktober das Masterstudium aufnehmen.

Wie eine Umstellung bei der Krankenversicherung passiert

Studierende bis zu einem Alter von 25 Jahren sind über ihre Eltern familienkrankenversichert. Studenten, die 25 Jahre und älter sind, machen in der Regel von der vergleichsweise erschwinglichen studentischen Krankenversicherung Gebrauch. Diese Versicherung kann so lange in Anspruch genommen werden, wie eine Immatrikulation vorliegt. Bachelorabsolventen, die vor der Aufnahme eines Masterstudiums ein Jahr pausieren wollen, ohne eine versicherungspflichtige Arbeit anzunehmen, können sich in dieser Phase auf freiwilliger Basis krankenversichern. Sobald sie dann ein Masterstudium in Vollzeit aufnehmen, können sie (erneut) in die studentische Krankenversicherung wechseln. Bei einer Pause zwischen Grund- und Aufbaustudium, die etwa nur einen oder zwei Monate währt, bleibt die studentische Krankenversicherung bestehen. Das ist äußerst praktisch, wenn Studenten einen Urlaub oder eine Praktikumszeit zwischen den Studiengängen planen.

Hinweise zu Arbeitslosengeld bei der Überleitung zum Masterstudium

Studierende, die während ihres Bachelorstudiums mindestens für volle 12 Monate einer Beschäftigung mit Sozialversicherungspflicht nachgegangen sind, können eine Forderung nach Arbeitslosengeld stellen. Wer kein derartiges Arbeitsverhältnis erfüllt hat, kann alternativ Hartz-IV-Bezüge beantragen. Für manche Studenten hat sich der Gang zum Jobcenter mit einer Meldung zur Arbeitslosigkeit oder einer Arbeitssuche nach der letzten Bachelorarbeit gelohnt. Sie haben von ihrem Jobvermittler eine exzellente befristete Arbeitsstelle übermittelt bekommen. Andere freuen sich ohne Beschäftigung über die finanzielle Unterstützung, bis das Masterstudium beginnt.

Arbeitskraft muss dem Markt zur Verfügung stehen!

Insgesamt sollten Studierende bedenken, dass sie sich mit der Arbeitslosmeldung den verfügbaren Jobs am Markt zur Verfügung stellen müssen. Es ist selbst während einer begrenzten Dauer nicht umstandslos möglich, Arbeitsangebote des Jobcenters abzulehnen. Einige Studenten konnten mit interessanten und aufschlussreichen Übergangsstellen ihren beruflichen Horizont hilfreich erweitern.

Was Empfänger von Kindergeld beim Studienwechsel zum Master wissen sollten

Eltern haben grundsätzlich ein Anrecht auf Kindergeld, das bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres vom Kind andauert. Für Eltern von Studenten ist aufschlussreich, dass sie Kindergeld sogar in einer Übergangszeit von bis zu vier Monaten zwischen zwei verschiedenen Ausbildungsabschnitten beziehen dürfen. Im fünften Kalendermonat, nachdem vier Monate Ausbildungspause stattgefunden haben, muss der nächste Studiengang anfangen. In einzelnen Fällen erhalten Eltern sogar selbst dann Kindergeld, wenn zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudium ihres Kindes mehr als vier Monate Pause liegen. Sie müssen hierfür konkret nachweisen, aus welchen Gründen das Aufbaustudium erst zu einem verspäteten Zeitpunkt aufgenommen wird. Zudem müssen sie sich intensiv und nachweislich um einen Studienplatz zum nächst möglichen Termin bemühen. In der Übergangsphase zwischen den Ausbildungszeiten ist es nicht gestattet, mehr als 20 Stunden pro Woche zu arbeiten.

Die Auszeit zwischen Bachelor- und Masterstudium sinnvoll nutzen

Die Bewerbung und Zulassung zu einem Masterstudienfach kann unter Umständen ein langwieriger Prozess sein. Je frühzeitiger sich Studierende um einen reibungslosen Übergang kümmern, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ohne nennenswerte Probleme abläuft. Zusammenfassend sind folgende Punkte relevant:

  • Die Bewerbungsphase an der gewünschten Hochschule berücksichtigen und eine Masterbewerbung einreichen,
  • gegebenenfalls den Bachelorabschluss nachreichen,
  • einen Antrag auf Kindergeld prüfen und vorbringen,
  • eine Förderung durch BAföG beantragen,
  • Versicherungen kontrollieren, um während der Übergangsphase keinen Schutz zu verlieren.

Möglichkeiten, längere Auszeiten zu überbrücken

Wenn sich mit Klarheit eine längere Auszeit zwischen dem Grund- und dem Hauptstudium abzeichnet, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Einige Studierende melden sich arbeitssuchend und sammeln erste oder weitere Praxis im Berufsalltag. Andere ergreifen die Chance und nehmen an befristeten Projekten für Werkstudenten teil. Viele Unternehmen bieten entsprechende Angebote. Darüber hinaus ist es denkbar, ein Praktikum zu absolvieren. Jegliche praktische Erfahrung ist für den Lebenslauf dienlich. Realisierbar ist die Überbrückung einer Studienunterbrechung auch durch einen Auslandsaufenthalt. Der Besuch einer Sprachschule kann künftig erforderliche oder neue, zusätzliche Fachkenntnisse ausweiten. Gleichzeitig erlangen junge Menschen Eindrücke verschiedener Lebensmodelle und Kulturen. Um ein Masterstudium erfolgreich zu schaffen, ist für einige Studenten eine Auszeit in Form von erholsamem Urlaub unerlässlich. Wer die Gelegenheit wahrnehmen kann, für eine gewisse Weile vom Lernalltag abschalten zu können, startet mit frischer Energie und neuem Mut in den Masterstudiengang.

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